Rein in den Wald, raus mit den Zäunen
Beim Workcamp Wildkatzenwald waren BUND und BUNDjugend mit Fleiß und Schweiß im Einsatz für die Wildkatzen im Odenwald. 20 Freiwillige bauten 1400 m Metallzaun ab und zwei Wildkatzenverstecke auf – für den Wildkatzenwald von morgen.
Hitze bis zu 39 °C, steile Hänge, Brombeerdickicht und unwegsames Gelände im Wald – vom 10. bis 15. August gaben 20 junge Menschen alles für den Schutz der Europäischen Wildkatze. Fünf Tage lang arbeiteten sie im Stadtwald Eberbach im Odenwald, um gefährliche Zäune aus dem Wald zu schaffen und zwei große Totholzhaufen als Unterschlupf für Wildkatzen zu bauen. So entsteht dort ein sicherer und guter Lebensraum für die gefährdete Europäische Wildkatze.
BUND Projekt Wildkatzenwälder von morgen
Im Rahmen des BUND-Projekts „Wildkatzenwälder von morgen“, das im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert wird, riefen BUNDjugend und BUND Baden-Württemberg das Workcamp gemeinsam ins Leben. Als Ausgangsort und Unterkunft wurde ein Gruppenhaus im idyllischen Unterhöllgrund gefunden, wo die Teilnehmenden im Alter zwischen 17 und 28 Jahren und das Orga-Team die Woche verbrachten. Morgens ging es nach dem Frühstück in den Wildkatzenwald bei Eberbach, wo der BUND bereits rund 2.000 heimische Bäume und Sträucher gepflanzt hatte.
Gefahr bannen
Metallzäune im Wald werden eingesetzt, um junge Bäume vor Verbiss durch Rehe und Hirsche zu schützen. Gleichzeitig sind Zäune – besonders die sogenannten Knotengitterzäune – eine akute Gefahr für Wildkatzen. Denn sie können sich in den engen Maschen der Zäune verfangen und verletzen. Im schlimmsten Fall bleiben sie dort hängen und sterben qualvoll. Die Stadtförsterei Eberbach setzt schon lange auf Alternativen zu den Zäunen, dennoch finden sich noch viele Altlasten im Wald. Durch beachtlichen Einsatz und große Motivation der Gruppe war schnell klar, dass viel mehr Zäune entfernt werden können als gedacht. Insgesamt 1400 Meter Zaun baute das Team ab und zwei mannshohe Totholzhaufen auf.
Gute Laune inklusive
Die Teilnehmenden wuchsen innerhalb der Woche zu einer unterstützenden und lebendigen Gemeinschaft zusammen. Tagsüber ging es mit viel Energie an die Arbeit. Abends wurde gesungen, gelacht und getanzt. Während dem Workcamp gab es für die Teilnehmenden Yoga-Einheiten als Ausgleich für die Arbeit im Wald mit Hannah Nonnenberger, die jeweils morgens und abends auf die Yoga-Matte einlud. Abgerundet wurde das Programm von Exkursionen über Fledermäuse, Nachtfalter und Gruppenspielen. Die Aktion war ein großer Erfolg und schuf bei allen Beteiligten bleibende Erinnerungen.

(c) Gabriel Lorenz

(c) Gabriel Lorenz

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