BUNDjugend Baden-Württemberg  

Aktionstag 2019: Der graue Planet

Wir Menschen bauen immer mehr auf unseren Erdboden. Jeden Tag wird pro Person die Fläche eines Bierdeckels mit Straßen oder Gebäuden zugebaut – das ist täglich eine Fläche von über 70 Fußballfeldern allein in Deutschland!

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Unsere Forderungen / Das kann die Politik tun

Netto-Null erreichen!

Innenentwicklung attraktiv gestalten
Man sollte lieber auf einen gut entwickelten, gepflegten Ortskern setzen, anstatt auf einige große Einfamilienhäuser etwas außerhalb. Netz und Frequenz der öffentlichen Verkehrsmittel sollten erhöht werden. Das ist nicht nur flächentechnisch gesehen sinnvoll, sondern sorgt auch dafür, dass eine Stadt erhalten bleibt, attraktiv für junge Menschen ist und somit nicht ausstirbt. Es ist wichtig, dass kein zu großer Wettbewerb um Bewohner durch Häuserbau unter Gemeinden herrscht, besser ist es, mit einer attraktiv entwickelten Stadt zu werben.

Innerörtlichen Wohnungsbau fördern
Schaffung bezahlbarer Wohnungen: die Kommunen und kommunalen Wohnungsbaugesellschaften sollten verstärkt geeignete Grundstücke im Innenbereich erwerben, die sie an Bauträger zur Schaffung von dauerhaft preiswertem Wohnraum verpachten oder selbst bebauen. Dabei werden langfristige Vorgaben für soziale und ökologische Standards eingehalten.

Subventionen zur Außenentwicklung abbauen
Beispiele für solche Subventionen sind die Pendlerpauschale oder die Gemeinschaftsaufgabe GA, die die Neuerrichtung von Gewerbegebieten fördert.

Sinnvolle Flächennutzung
Flächenkreislaufwirtschaft, Flächenrecycling, Erneuerung bestehender Gebäude anstatt Bau neuer Gebäude, Vermeidung von Leerstand von Gebäuden.

Vermietungsgesellschaften
Kommunen sollten Vermietungsgesellschaften gründen, vorzugsweise auf Kreisebene. Diese mieten leerstehenden Wohnraum an, sanieren ihn gegebenenfalls und vermieten ihn an finanziell schlechter gestellte Gruppen weiter. Den Vermietern werden Mieteinnahmen und die Instandhaltung der Wohnung garantiert.

  • Ökologische Maßnahmen
    Ausgleichsflächen schaffen; ökologische Aufwertung von Flächen (z.B: Dächer, Wände, Gänge begrünen oder in der Stadt Blumeninseln schaffen); Versiegelung minimieren (z.B. Parkplätze nicht versiegeln).
  • Förderprogramm
    Förderprogramm für den kostengünstigen (Miet-)Wohnungsbau mit hohen (energetischen) Standards im Innenraum schaffen.
  • Verkauf zu Festpreis
    Städtische Grundstücke sollten nicht zum Höchstpreis an Investoren verkauft werden, sondern zum Festpreis (nach städtebaulichen und wohnungspolitischen Konzepten, die vertraglich fixiert werden).
  • Grundsteuer
    Die Grundsteuer sollte abhängig vom Versiegelungsgrad sein und für unbebaute Grundstücke (brachliegende Baulücken…) erhöht werden.
  • Kompetenzzentren Stadtplanung
    Viele vor allem kleinere Kommunen sind personell nicht in der Lage, eine vorausschauende strategische Siedlungsplanung zu betreiben. Diese sollten von Kompentenzzentren beraten und befähigt werden, innovative städtebauliche Konzepte zur Innenentwicklung umzusetzen. Hierbei ist der Natur- und Artenschutz ebenso zu beachten und nachzuweisen wie der Klimaschutz.
  • FlächenhandelVorschlag „Flächenhandel“ (wie Emissionshandel): jede Kommune bekommt die Erlaubnis, eine bestimmte Fläche zu „verbrauchen“. Das fördert Flächeneffizienz und Flächenrecycling.

Gefördert von der Baden-Württemberg Stiftung im Rahmen
des Programms „Wir sind dabei!“